Unser Fokus im April

Nachricht 01. April 2022

Selig sind, die Frieden stiften!

Es ist dunkel: Menschen sterben im Krieg oder sind auf der Flucht – haben alles zurückgelassen und wissen nicht, wen, wann und was sie wiedersehen werden. Die Bilder erreichen uns rund um die Uhr. Und vergessen wir nicht, dass auch in vielen Ländern außerhalb Europas weiterhin unmenschliche Zustände und Krieg herrschen. Viele Familien unterschiedlicher Herkunft suchen Zuflucht oder halten es schon seit Jahren in Deutschlands Unterkünften aus, würden gerne arbeiten und sich in die Gesellschaft einbringen, Deutsch lernen und ihre Kinder zu Gleichaltrigen in die Kita schicken.

Egal, wie wir sie nennen – ob Geflüchtete, Vertriebene oder Menschen mit Fluchterfahrung: wir haben die Verantwortung, Schutz und Unterstützung zu leisten. Mit wir meine ich die Gesellschaft, die Politik, die Kirche, jede einzelne Person und auch die Familienbildung.

Es gibt Lichtblicke: Seit Jahren versuchen wir – wie viele andere Einrichtungen auch – Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen und sie zu begleiten: Durch offene Treffpunkte, Angebote in den Unterkünften, gemeinsame Ausflüge, Kinderbetreuung bei Sprachkursen, Erziehungsunterstützung und mehr. Ebenso sind Unterstützerkreise und engagierte Privatpersonen zu einer selbstverständlichen Größe der Stadt geworden – ohne sie geht es nicht. Viele Menschen, die sich engagieren, tun es, um Not zu lindern, um zu unterstützen, um zu einer guten Gesellschaft beizutragen. Viele tun es leise, fernab von Social Media und Presse. Nächstenliebe heißt das im Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22,37-40) – sie ist die Grundlage für ein gelingendes Miteinander:

Wir lernen voneinander und miteinander, wir entdecken Gemeinsamkeiten und akzeptieren Unterschiedlichkeiten. Manche Menschen kommen sich nah und andere bleiben distanzierter. Wichtig ist die gegenseitige Akzeptanz und der Respekt jeder einzelnen Person. Das macht Hoffnung auf ein gelingendes und friedvolles Miteinander.

Nehmen wir also die Einladung an, ein gutes Miteinander zu leben mit allen Menschen, die hier leben: Tief verwurzelte, Entwurzelte, Glückliche, Traurige, Traumatisierte, Fragende, Wartende und viele mehr. Bleiben wir achtsam, friedvoll und liebend im Umgang miteinander: Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen! (Matth. 5,9)

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Osterfest und eine hoffnungsvolle Zeit!

Christiane Kiesé für das FaBi Team